Flughafen Dortmund-Wickede - das Millionengrab

[Aus unserem Kommunalwahlprogramm 2014]

Wir Anwohnerinnen und Anwohner im Bezirk Aplerbeck leiden unter dem Flughafen. Entgegen unserem politischen Willen hat eine große Koalition im Rat seit 1993 für den Flughafenausbau auf heutigem Niveau gesorgt. Insgesamt sind bisher 444 Millionen Euro ausgegeben worden und es werden jedes Jahr mehr.

Die etwa 1,9 Millionen Passagiere in 2012 hätten ohne teuren Ausbau bewältigt werden können. Mittelfristige Finanzplanungen sprechen von weiteren Verlustübernahmen von zur Zeit jährlich über 20 Millionen Euro für die kommenden Jahre. Diese Betriebsverluste zahlen die DSW21 mit den Gewinnen, u.a. aus dem Verkauf von Gas, Wasser und Strom.

Jede Dortmunder Bürgerin, jeder Dortmunder Bürger zahlt jährlich mehr als 35 Euro über die Gas-, Wasser- und Stromabrechnung. Je Passagier sind 10 Euro aufzubringen, je Flug ca. 1.500 Euro Subventionen.

Da der größte Anteil des Flugverkehrs in Dortmund von Billigfliegern abgewickelt wird, ist die früher gültige Aussage, dass bei mehr Passagieren auch mehr Einnahmen erzielt würden, ins Gegenteil verkehrt worden: Je mehr Passagiere, desto höher fallen die Verluste aus und desto mehr Geld muss jede Dortmunder Bürgerin und Jeder Dortmunder Bürger dazu geben.

Statt über kostendeckende Abfertigungsgebühren am Flughafen denkt die Flughafenmutter DSW21 lieber über eine Reduzierung des ÖPNV-Angebotes, zum Beispiel durch Ausdünnung von Taktzeiten, für alle Dortmunderinnen und Dortmunder nach. Dennoch fordert der Flughafengeschäftsführer erneut einen Ausbau der Landebahn um 300 Meter und eine Ausweitung der normalen Betriebszeiten bis 23 Uhr. Außerdem ist der Flughafen in seinen Augen wegen der neu installierten Energiesparlampen (!) ein "Öko-Airport".

Einen Lichtblick bietet der Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans (LEP) der rot-GRÜNEN Landesregierung, der u.a. auch den Dortmund-Wickeder Flughafen weiterhin nur als "regional bedeutsam" ausweist. Abzuwarten bleibt das EU-Prüfverfahren, welches die Quersubventionierung stoppen und vielleicht zu einer Rückforderung von EU Beihilfen in zweistelliger Millionenhöhe führen wird.

Übrigens: Den Flughafen zu schließen würde nur 30 - 35 Millionen Euro kosten (so viel, wie in eineinhalb Jahren an Zuschüssen bereitgestellt werden muss)! Dass ein ehemaliges Dortmunder Flughafengelände gewinnbringend vermarktet werden kann, zeigt die Entwicklung des Wohn- und Gewerbegebiets "Hohenbuschei".

Im Gegensatz zu den anderen Parteien setzen sich auch unsere GRÜNEN Ratsmitglieder für die fluglärmgeschädigten Dortmunder Bürgerinnen und Bürger ein. Wir werden weiterhin wachsam sein und zusammen mit der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm (SGF) Umwelt und Menschen vor den immer schlimmeren Auswirkungen des Flugbetriebs schützen. Die Lärmbelästigung der Flieger bei Start und Landung ist für die Anwohner unerträglich und macht krank. Auf Bundesebene setzen wir uns für den zügigen Beschluss eines neuen Fluglärmgesetzes ein.

-------

Weitere Informationen finden Sie auf der Netzseite der Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund - Kreis Unna e.V. (SGF).